Improviser in Residence

Der Improviser in Residence lebt und arbeitet für ein Jahr in Moers, organisiert Konzerte, ist Ansprechpartner für Projekte und künstlerische Koproduktionen, arbeitet mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen. Neuer "Resident" ist Carolin Pook.

Improviser in Residence 2016: Carolin Pook

Carolin Pook ist eine deutsche Geigerin und Komponistin und lebt in Brooklyn, New York. Für avant moers festival zieht Carolin Pook für ein Jahr nach Moers.

Pooks musikalischen Kreationen sind meist auf die Musiker zugeschnitten und oft teils improvisiert, teils auskomponiert.  Die Presse beschreibt ihren Stil als postmoderene Klangarchitektur von stellenweise magisch anmutender Intensität.

Pook stammt aus seiner Musikerfamilie, ihr Urgroßvater Waldemar von Bausznern war eine angesehener Komponist der Spätromantik, ihr Vater Rainer Pook arbeitete viele Jahre als Assistant von Herbert von Karajan an der Deutschen Oper Berlin. Sie began mit dem Violinspiel im Alter von 6 Jahren, mit dem Schlagzeug im Alter von 12. Bevor sie im Jahr 2000 ihr Jazz Studium (Doppelhauptfach Violine/Schlagzeug) and der Musikhochschule Köln begann, schrieb sie bereits ein abendfüllendes Musical und konzertierte europa- und weltweit, unter anderem in Bangalore/Indien. Während ihres Studiums wuchs ihr Interesse für  stilübergreifende zeitgenössische Musik, und nach dem Umzug nach New York 2006 legte sie ihren Fokus auf das Komponieren/Arrangieren und freies bzw. dirigiertes Improvisieren (‘conduction’). Mit ihrem Ensemble “the Pookestra” konzertiert sie mehrmals im Jahr in New York,  wobei jedes Konzert eine Uraufführung ist.

2011 schrieb sie eine 30-minütige Komposition für die Deutsche Radiophilharmonie und das Roy Hargrove quintet, 2012 für Peter Brötzmann und 8 Perkussionisten zum Jubiläum des Wuppertaler Jazzmeetings, und im November 2014 war sie ‘artist in residence’ bei der Peter Kowald Gesellschaft/Ort. Sie gab währenddessen einen Improvisations Workshop an der Musikhochschule und für ihr Abschlusskonzert schrieb sie schrieb für den Chor “Amici del Canto” und erarbeitete eine Duo –Kollaboration mit dem ehemaligen Pina Bausch-Tänzer Kenji Takagi.

 

Carolin Pook studierte Jazzvioline in Deutschland bei Michael Gustorff und Zipflo Reinhardt (2000-2005), Jazzschlagzeug bei Prof. Keith Copeland (2002-2006) und im Anschluss in New York Violine bei Mark Feldman (2006-2008).

Improviser in Residence 2015: Hayden Chisholm

Hayden Chisholm © Elisa & Patrick Essex

Mit dem Saxophonisten, Klarinettisten und Komponisten Hayden Chisholm tritt 2015 einer der profiliertesten neuseeländischen Musiker die Nachfolge von Julia Hülsmann als "Improviser in Residence" in Moers an.

Hayden Chisholm wurde 1975 in Auckland, Neuseeland, geboren und wuchs in New Plymouth auf. Er studierte Musik in der Schweiz, in Griechenland, Indien, Jugoslawien, Japan und schließlich an der Musikhochschule in Köln. Hier wurde er in den 1990er Jahren durch seine Zusammenarbeit u. a. mit Nils Wograms Root 70 bekannt. Seit 1995 unternimmt er Konzerttourneen durch Indien, Europa, Afrika und Lateinamerika, unter anderem mit John Taylor. Seit 2002 arbeitet Chisholm mit der Aktionskünstlerin Rebecca Horn zusammen, zudem mit Marcus Schmickler im Projekt Amazing Daze und bildet mit Gareth Lubbe und Claudio Bohórquez das Improvisationstrio DOHA, mit denen er auch Root 70 zu seinen The Embassadors erweitert. 1996 veröffentlichte er sein Debütalbum Circe; 2013 folgte eine Box mit 13 CDs, die auch einzeln erhältlich sind. Chisholm wirkte als Protagonist im Dokumentarfilm „Sound of Heimat - Deutschland singt“ (2012) von Arne Birkenstock und Jan Tengeler mit. 2013 wurde ihm aufgrund seiner „einzigartigen Klangästhetik“ der SWR-Jazzpreis verliehen. (Text: Wikipedia). Hayden Chisholm spielte 2007 mit seinen „The Embassadors“ beim moers festival sowie 2014 zusammen mit u. a. Julia Hülsmann. Er ist ein erstaunlicher und vielseitiger Musiker, der neben Saxophon und Klarinette auch Didgeridoo oder Oberton-Gesang beherrscht, und der jenseits seiner Konzert- und Kompositionstätigkeit als Lehrer an verschiedenen Universitäten unterrichtet. 

Improviser in Residence 2014: Julia Hülsmann

Mit der Pianistin und Komponistin Julia Hülsmann tritt in 2014 eine der profiliertesten Musikerinnen Deutschlands die Nachfolge von Michael Schiefel als "Improviser in Residence" in Moers an. 

Julia Hülsmann wurde 1968 in Bonn geboren. Während ihrer Schulzeit spielte sie bereits in verschiedenen Besetzungen Keyboard und Piano. Nach Abschluss der Schule ging sie für kurze Zeit nach Frankfurt am Main, danach zog es Hülsmann nach Berlin. Sie machte dort eine Ausbildung als Klavierpädagogin und begann 1991 an der Berliner Hochschule der Künste ein Studium im Fach Jazz-Piano. Nach ihrem Studienabschluss 1996 gründete sie zusammen mit Bassist Marc Muellbauer und (damals) Schlagzeuger Rainer Winch das Julia Hülsmann Trio, zu dem seit 2002 Heinrich Köbberling am Schlagzeug gehört. Anfang 2000 verbrachte Hülsmann einen Studienaufenthalt in New York und nahm Unterricht bei Richie Beirach, Maria Schneider, Gil Goldstein und Jane Ira Bloom. Ihre Spezialität ist die Vertonung von literarischen Texten und die Zusammenarbeit mit verschiedenen Sängerinnen und Sängern wie Rebekka Bakken, Anna Lauvergnac und Roger Cicero. Sie gehört zu dem sehr kleinen Kreis von deutschen MusikerInnen, deren Arbeiten auf dem international renommierten ECM-Label veröffentlicht werden.

Improviser in Residence 2013: Michael Schiefel

Michael Schiefel studierte Jazzgesang und Komposition an der Universität der Künste in Berlin und belegte Kurse in Stimmtechnik (Klassik und Jazz), Improvisation, Gehörbildung, Musikwissenschaft, Pädagogik und Musiktheorie. Er studierte u.a. bei David Friedman, Jerry Granelli und Lauren Newton.

Seit 2001 ist Schiefel Professor für Jazzgesang an der "Hochschule für Musik Franz Liszt" in Weimar und unterrichtet dort Improvisation, Repertoire, Stimmtechnik, Gehörbildung, Jazzchor, Jazzensemble und Methodik. Daneben gibt er zahlreiche Workshops und Masterclasses in Zusammenarbeit u.a. mit den Goethe Instituten in Boston und Los Angeles (USA), der Hogeschool Enschede (Niederlande) und der Legon Universität in Accra (Ghana). Bereits während seines Studiums in Berlin begann der Sänger mit den Ausdrucksmöglichkeiten von Loop-Geräten und anderer Elektronik zu experimentieren und konzertiert seit Anfang der 90er Jahre u.v.a. mit David Friedman, Jazz Indeed und Thärichens Tentett.
Seine erste Soloplatte "Invisible Loop" (1997) wurde von Hörerschaft und Kritik anerkannt. Wenn Michael Schiefel nicht gerade in Weimar unterrichtet, begegnet man ihm auf Konzerten und Festivals in aller Welt.

Ingrid Laubrock (IiR 2012) im Gespräch über ihr Jahr

Ermöglicht wird die Einrichtung des "Impoviser in Residence" in Moers durch die Kunststiftung NRW.

Achim Tang als IiR

Das Jahr des Improviser in Residence in Bildern

IiR Sanne Van Hek Dokumentation

Eine Dokumentation über die Improviserin in Residence 2010 Sanne Van Hek

Simon Rummel über seine Zeit als IiR

Ein Videokommentar über das Dasein eines Improviser in Residence

Angelika Niescier über das IiR Programm

Das Jahr 2008 und die erste Improviserin Angelika Niescier über Moers, das IiR Programm und ihre Musik als Video.